Text Size
Geräte-Vorstellungen

Video Master


Frontal_klein

Der Video Master von Bally Wulff erschien 1996 und enthielt drei völlig unterschiedliche Spielsysteme:

  • Bingo

  • Poker

  • Lucky

Von Bally Wulff gab es zuvor Geräte mit zwei Spielsystemen, z.B. den Profistar, Multistar und den Sunstar. Die Spielsysteme hatten eigene Walzenkombinationen, wobei man dem Spieler die Wahl ließ, Sonderpielgewinne oder Geldgewinnen zu erzielen.


Profistar Profistar2

 

Der Videomaster aber war das, was heutzutage der Standard ist, ein "Multigambler". Das Gerät war seiner Zeit weit voraus. Es war das erste und für ein Jahrzehnt das einzige Gerät mit mehreren, völlig unterschiedlichen Spielsystemen.

Die Grafik war recht selbst für 1996 recht grobkörnig. Vermutlich VGA Auflösung hochkant (240x320 Bildpunkte mit nur 16 Farben. Um die Spiele zu verstehen, musste man sich mehrseitige Hilfebildschirme ansehen.

Grafik

Risikoleitern und Ausspielungen in den Risikoleitern wurden auf dem Schirm dargestellt, was erstaunlich gut "echten Risikoleitern" nachempfunden war. Leider habe ich kein Bild, auf dem die Risikoleiter sichtbar ist. Was dem Spiel fehlte, war ein Walzenspiel. Wahrscheinlich war der Grafikprozessor nicht schnell genug, um bewegte Grafiken darzustellen.

Aus dem Bildschirmtext:

Der vollständige Gewinnplan des gegenwärtig ausgewählten Spielsystems kann jederzeit durch Betätigung der Taste Spielsystem-Info abgerufen werden (Taste leuchtet), wobei ein laufendes Spiel unterbrochen wird. Mit der Taste WEITER kann die nächste Bildschinnseite angewählt, durch Dauerbetätigung der Taste ANHALTEN die aktuelle Bildschirmseite beliebig lange betrachtet und durch Betätigung der Taste BEENDEN das laufende Spiel fortgesetzt werden. Betätigt man keine Taste, so wird nach kurzer Zeit automatisch das laufende Spiel fortgesetzt.

Die jeweilige Funktion der unteren Tasten wird unten auf dem Bildschirm dargestellt.

Mit der Taste Spielsystem-Wahl kann außerhalb von SONDER-, MULTI- oder POKERSPIELEN ein Wechsel des Spielsystens angemeldet werden (Taste leuchtet). Nach Beendigung des laufenden Spiels wird zum nächsten Spielsystem umgeschaltet.

Ausspielungen, Risiko

Bei Gewinn einer Ausspielung wird auf dein Bildschirm das zugehörige Ausspieltableau, bei einem riskierbaren Gewinn wird die zugehörige RISIKOLEITER eingeblendet.

Durch Betätigung einer gelben Taste kann die RISIKO-Automatik ein- bzw. ausgeschaltet werden. Die eingeschaltete Automatik (Tasten leuchten schwach) riskiert bis zu SONDERSPIELEN. In SONDER-, MULTI- und POKERSPIELEN ist sie nicht aktiv. 

Sonderspiele, Multispiele, Pokerspiele

SONDER-, MULTI- bzw. POKERSPIELE werden gemäß dem Gewinnplan des jeweiligen Spielsystems gewonnen. Informationen über die Gewinnchancen in SONDER-, MULTI¬ bzw. POKERSPIELEN können mit der Taste Spielsystem-Info abgerufen werden (Taste leuchtet).

Wird in SONDER-, MULTI- oder POKERSPIELEN kein Gewinn erzielt, so bleibt der Sonderspielezähler auf 1 stehen, bis 4,00 DM gewonnen werden.

S    = SONDERSPIELE

M   = MULTISPIELE

P    = POKERSPIELE

SC  = SONDERSPIELE-CHANCE MC = MULTISPIELE-CIIANCE

 

Nun zu den drei Spielen. Wie zu Zeiten alter Spielverordnung nötig, bestehen umfangreiche Wahrscheinlichkeitstabellen, die ich Euch nicht vorenthalte und die tiefe Einblicke in die Gewinnmöglichkeiten bieten. Teilweise sogar detaillierter, als ich sie bei jedem anderen Gerät kenne. Oder wisst Ihr, wie hoch - IN JEDEM SPIEL - die Wahrscheinlichkeit für 100 Sonderspiele an Euren Geldspieler zu Hause ist?

 



L U C K Y

Hinter 5 geschlossenen Türen werden aus einer Menge von 8 Symbolen 5 (zunächst nicht sichtbare) Symbole ungleichverteilt vorgelegt.

Mit den erleuchteten Tasten können 3 beliebige der 5 angezeigten Türen geöffnet werden. Wird keine der leuchtenden Tasten betätigt, so werden automatisch die zuletzt gewählte Türen geöffnet.

Lucky1

Erscheinen 3 gleiche Symbole, 2 gleiche mit "BALLY" oder 2x "BALLY", wird gemäß dem dargestellten Gewinnplan gewonnen.

Lucky2

Bei 2 gleichen Symbolen (Symbolpaar) mit „BALLY" wird das Doppelte, bei Symbol mit 2x „BALLY" das Vierfache dessen gewonnen, was die Kombination „3x SYMBOL" des gleichen Symboles ohne „BALLY" ergeben hätte.

Ein ähnliches Auswahlverfahren wurde später u.a. beim adp-adp-Gauselmann Joker Poker verwendet. Hier wählte der Spieler eine aus fünf Karten aus, hinter der sich der Gewinn verbarg.

JokerPoker

 

Lucky Jackpot

Erscheint außerhalb von SONDER- oder MULTISPIELEN "BALLY" zusammen mit 2 anderen verschiedenen Symbolen, so wird im Jackpot der jeweils nächste Buchstabe rot dargestellt. Sind alle Buchstaben des Wortes "LUCKY" rot dargestellt, wird die 30 Pf-Ausspielung gegeben und der Jackpot zurückgesetzt. Die Gewinne werden mit den in der Tabelle angegebenen Wahrscheinlichkeiten ausgespielt.

 

Lucky3

Ausspielungen

Alle folgenden Tabellen in Promille

Lucky30Pf

LuckySonderspiele

Und jetzt die Tabelle, die mich am Meisten fasziniert, und die es wunderlicherweise nur für das Spiel Lucky gibt. Wahrscheinlichkeiten auf die Gewinne in jedem Spiel. Mit dieser Tabelle kann man die Auszahlungsquote des Spiels exakt berechnen. Anscheinend ist es auch völlig egal, welche Symbolauswahl der Spieler trifft, andernfalls wäre diese Tabelle nicht möglich.

LuckyGewinn

Persönliche Meinung zu Lucky

Mein Lieblingsspiel des Videomaster. Der Spieler meint sein Glück selbst in der Hand zu haben, wenn er die richtigen Karten wählt. Sehr oft sind die ersten beiden Karten übereinstimmend. Natürlich ist die dritte Karte dann meist falsch. Um den Spieler zu ärgern, werden danach alle Karten aufgeblättert, und meist erscheint dann die fehlende Karte. Ziemlich schnell durchschaut der Spieler natürlich, dass ihm Gewinnchancen vorgegaukelt werden. Es ist anzunehmen, dass hinter den "verdeckten" Karten nicht die endgültig aufzublätternden Bilder stecken, sondern dass diese erst im Augenblick der Wahl des Spielers gemäß der vorgesehenen Gewinnverteilung ermittelt werden. Interessanterweise ist in den Wahrscheinlichkeitstabellen fast jedes Detail erklärt; nur die Ungleichverteilung der Symbole nicht. Hat dies die PTB übersehen? Ein Blick in obige Tabelle verrät: Die Chance auf 100 S oder 100 M ist zusammen ein Zehntel Promille, kommt also nur alle 10000 Spiele einmal. Trotzdem ein spannendes Spiel, wenn auch im 15 Sekunden Takt zu langsam. Heutzutage würde man das Spiel in 5 Sekunden programmieren, und es würde bestimmt Freunde finden.

Lucky

 

 



P O K E R

 

In einem Spiel können aus 52 Karten max. 2 mal 5 Karten gleichverteilt gezogen werden. Nach der 1. Ziehung können bei Nichtgewinn, "Paar", "Doppelpaar" oder "Drilling" Karten mit der der Karte zugeordneten leuchtenden Taste (HOLD) gehalten werden. Blaue Pfeile mit der Aufschrift „HOLD" zeigen die für die 2. Ziehweg gehaltenen Karten an, wobei nach der 1. Ziehung Haltevorschläge unterbreitet werden, die automatisch wahngenommen werden, wenn keine der leuchtenden Tasten betätigt wurde.

Poker1

Ergeben die zuletzt angezeigten 5 Karten eine der im Gewinnplan aufgeführten Kombinationen, so wird der angegebene Gewinn gegeben ("As" zählt nicht als "1"). Wird jedoch bei einer bereits vorliegenden Gewinnkombination durch eine 2. Ziehung eine geringwertigere Kombination als die bereits vorliegende erzielt, so wird der ursprünglich vorliegende Gewinn gegeben.

Poker3

Wurde eine Ausspielung 30 Pf-, 40 Pf bzw. 80 Pf erzielt, werden die Gewinne mit den in den folgenden Tabellen angegebenen Wahrscheinlichkeiten ausgespielt.

Poker1

Poker3

Poker4

Poker Jackpot

Bei "Paar" und Nichtgewinn wird im Poker-Jackpot ein weiteres Paar erleuchtet. Sind alle 4 Paare erleuchtet, werden außerhalb von SONDER- oder POKERSPIELEN die Ausspielung 40 Pf und in SONDER- oder POKERSPIELEN 4,00 DM gegeben.

Poker3

Poker2

Sonderspiele / Pokerspiele

Bei "Royal Flush", "Straight Flush" und "Vierling" werden SONDER- bzw. POKERSPIELE mit den in den Tabellen angegebenen Wahrscheinlichkeiten ausgespielt bzw. direkt gegeben.

In SONDER- und POKERSPIELEN werden bei jeder Gewinnkombination, in SONDERSPIELEN auch bei Herz As und in POKERSPIELEN auch bei beliebigem As, 4,00 DM gewonnen.

Alle bei Gewinn von POKERSPIELEN vorhandenen sowie alle in POKERSPIELEN gewonnenen SONDERSPIELE werden als POKERSPIELE gewertet. In POKERSPIELEN wird kein Einsatz abgebucht.

 

Risiko

Bei Sonderspielezählerstand 0, in SONDERSPIELEN bei Sonderspielezählerstand 1 bis 9, bei "Drilling" oder Gewinn von SONDERSPIELEN können die auf den RISIKOLEITERN zum Riskieren angezeigten Gewinne im Verhältnis 1:1 riskiert werden. Dabei wird entweder die nächste Stufe oder Feld >NICHTS< bzw. >2 S< bei 32 S sowie >6 S< bei 50 S erreicht.Von 4,00 DM werden 3,20 DM und von nicht durch Risiko gewonnenen 40 M bzw. 50 M werden 16 M bzw. 25 M zum Riskieren angeboten_Bei Risikoabsturz kann ein vorhandener Restgewinn riskiert werden

 

Persönliche Meinung zu Poker

Ja, was soll ich schreiben? Ich mag keine Pokerspiele. Obwohl die Grafik recht gefällig ist. Beim Pokern auf Geldspieler weiss man immer viel zu früh, dass man nichts besseres als einen blöden Doppelzweilling und 30 Pf gewinnen wird. Dabei wird die 15 Sekunden Spielzeit besonders öde. Bei jüngeren Geräten hat man versucht, noch etwas Spannung reinzubringen mit Jackpots (Herz As auf dem Evolution II) oder Sonderspielen (Las Vegas Poker auf dem Multi Multi und anderen).

Andererseits: Bildschirmpoker hatte seit Mitte der 80er Jahre beim adp-adp-Gauselmann Kreuz As und Nachfolgern immer seine Freunde, und der Video Master bietet noch zwei weitere Spiele.

 

 



B I N G O

Es werden nacheinander 5 verschiedene Kugeln aus 21 mit grünen und 15 mit roten Zahlen von "1" bis "36" beschrifteten Kugeln gleichverteilt gezogen.

Übereinstimmende Zahlen werden in den Feldern von 3 auf dem Bildschirm abgebildeten Karten markiert. Die 3 Karten bilden einen von 3 Kartensätzen und enthalten pro Kartensatz die Zahlen "1" bis "36", 12 Zahlen sind doppelt vorhanden.

Bingo1

Ergibt sich in einer der angezeigten Karten eine der im Gewinnplan dargestellten Kombinationen, so wird der angegebene Gewinn gegeben. Erscheinen mehrere Gewinnkombinationen, gilt die höchstwertige der angezeigten. Dabei gilt: 0,80 DM besitzen einen höheren Wert als die Ausspielung 0,40 DM.

Bingo2

Aus obiger Gewinntabelle sieht man, dass hier keinesfalls das klassische Bingo gespielt wird, wie es auf aktuellen Multigamblern vertreten ist. Es ähnelt sehr viel mehr dem Bally Compulux Bingo oder den Merkur Bingo Gold bzw. Bingo Bingo, bei denen Linien zu Gewinn führen.

VBingo4

VBingo1VBingo2 vBingo3

Wurde die Ausspielung 0,40 DM erzielt, werden die Gewinne mit den in den Tabellen angegebenen Wahrscheinlichkeiten ausgespielt.

Nach einem Spiel ohne Gewinn kann mit der unteren mittleren Taste ein anderer der 3 Kartensätze gewählt werden. Die Funktion wird durch Aufleuchten der Taste angezeigt.


 

Bingo1

Bingo2

 

Sonderspiele

Bei den dargestellten Viererkombinationen werden 4,00 DM gewonnen und SONDERSPIELE mit den in den Tabellen angegebenen Wahrscheinlichkeiten ausgespielt bzw. direkt gegeben.

Ergibt sich in SONDERSPIELEN eine Gewinnkombination oder wird als fünfte Kugel eine mit roter Nummerierung gezogen, werden 4,00 DM gewonnen.

Werden durch die Kombination "4 Felder in der Mitte" 100 SONDERSPIELE erzielt und werden im darauf folgenden Spiel 4,00 DM gewonnen, so werden zusätzlich 50 SONDERSPIELE gegeben (50 SC).

Maximal werden 150 SONDERSPIELE nacheinander gegeben

 

Risiko

Bei Sonderspielezählerstand 0 bis 9, bei 3 Feldern in einer Zeile, Spalte oder Diagonale sowie bei Gewinn von SONDERSPIELEN können die auf der RISIKOLEITER man Riskieren angezeigten Gewinne im Verhältnis 1:1 riskiert werden. Dabei wird entweder die nächste Stufe oder Feld >NICHTS< erreicht.
Von 4,00 DM werden 3,20 DM und von nicht durch Risiko gewonnenen 50 S werden 24 S zum Riskieren angeboten.
Bei Risikoabsturz kann ein vorhandener Restgewinn riskiert werden

Persönliche Meinung zu Bingo

Auch Bingo ist leider nicht so recht mein Fall, wenn hier die Spielzeit auch besser gefüllt ist wie bei den beiden anderen Spielen. Den Lauf der Kugeln zu verfolgen und Gewinnkombinationen vorherzusehen, mag spannend sein. Mir fehlt aber die Eingriffsmöglichkeit für den Spieler. Der Sinn der Wahl einer von drei Bingotafeln erschließt sich mir nicht. Dies hat man bei aktuellen Bingo-Spielen so gelöst, dass bei Gewinnkombinationen gegen einen weiteren Einsatz zwei zusätzliche Bälle gezogen werden.

Bingo

 


Fazit

Der Video Master war ein mutiges Experiment von Bally Wulff zu einer Zeit, als die Technik dafür noch nicht reif war. Und auch nicht die Spieler, die von den Wahlmöglichkeiten offenbar überfordert waren. Ich hatte das Glück, einmal an dem Gerät echt spielen zu können, und hatte damals eine Riesenmühe, das Spiel überhaupt zu verstehen. Doch schon damals dachte ich, das ist die Zukunft. Wenn statt Sonderspielen damals schon ein Punktezähler verwendet worden wäre, aus dem höhere Einsätze möglich wären, hätte man einen frühen Novoline vor sich gehabt. Schade, dass die Experimentierfreudigkeit von Bally nicht belohnt wurde, und den Rahm heute andere abschöpfen.

Videomaster_Bally_Wulff_1996_1

Videomaster_Bally_Wulff_1996_2

Euer Esteka

Diskussionsthread

 


   Hits: 575
Powered by Sigsiu.NET