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SPIEL ALLGEMEIN

Moderator: GameSimu

SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon GameSimu » 26.12.2011, 11:44

Hallo zusammen.

Aus zwei Ausschnitten von Beiträgen von Alex und Günter habe ich an dieser Stelle einen neuen Thread SPIEL ALLGEMEIN entstehen lassen. Jenseits des Secret Star und doch sicher auch dazu gehörig soll es in diesem Thread darum gehen können, warum gespielt wird.

Alex schrieb dazu in seinem bemerkenswerten Beitrag vom 17.12. in <(Zwischen)-Bilanz>:

<Ist es nicht im Endeffekt der "Kampf" gegen die Maschine die Oberhand zu gewinnen, die uns zu spielen treibt? Ich denke der finanzielle Gewinn ist es nur sekundär.>

Günter schreibt dazu in seinem spannenden Beitrag vom 19.12. in <(Zwischen)-Bilanz>:

<Meiner Meinung nach ist der Spieltrieb der Menschen ursprünglich gar kein Spieltrieb, sondern resultiert daraus, dass Lebewesen in ihrer Umwelt nach Regeln suchen, um an Futter oder Wasser zu kommen, ihr Überleben zu sichern. ………. Wirft man Menschen nun gelegentlich ein großes Futterstück hin, machen sie sich auf die Suche, wie sie das Ereignis wiederholen können. Insofern könnte man sagen, Menschen sind beim Spielen auf der Jagd.

In ihnen spielen sich vermutlich dieselben Gefühle und Gedanken ab. In welcher Richtung mache ich mich auf den Weg? Wie verhalte ich mich am besten? Was habe ich beim letzten Mal gemacht, was zum Erfolg geführt hat? Wie verhalte ich mich gegenüber konkurrierenden Jägern, die mir meine Futterquelle streitig machen wollen? Wie kann ich ihnen ihre Futterquelle abnehmen?>

Was wir aus den beiden Beiträgen nun machen, lasse ich offen. Sowohl ein „Warum gespielt wird?“ als auch ein „Warum ich spiele“ halte ich für einen begehbaren Weg. Auch will ich mich mit meiner vielleicht zu erdrückenden Meinung zunächst zurückhalten.

Es gilt gleichwohl, dass hinter beiden Fragen viele spannende Fragen lauern.

Eine wäre, was wohl die Parallele zwischen den Äußerungen von Alex und Günter sein könne? Der eine schreibt vom Kampf gegen Maschine, der anderen von der Jagd um Futter. Könnte die Parallele mit Überlebenskampf umschrieben werden?

Dann schreibt Günter, der Spieltrieb sei ursprünglich keiner. Dazu erhebt sich natürlich sofort die Frage: Was ist Spielen? – Dazu werde ich mich im Verlauf der Diskussion sicher noch äußern.

Wenn man nach dem Warum einer Sache fragt, kann man ersatzweise nach den Sinn fragen. Nicht nur warum, sondern auch wozu existiert das Spielen an Geldspielgeräten eigentlich? Wozu ist Geld- oder Glücksspiel gut? Was hat Mensch davon?

Freilich werden die Endfragen dieser Diskussion uns an die Stellen zurück gelangen lassen, die viele hier besonders interessieren, also Fragen aufwerfen, auf die Antworten gefunden werden können, die Einblicke geben, wie Spielsysteme sein müssen, um ihren Zweck bestmöglich zu erfüllen.

Liebe Grüße
Mike
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Realkojack » 26.12.2011, 18:09

"Was ist Spielen?" - Auf genau diese Frage warte ich schon eine Weile, wir kreisen schon länger darum herum. :)

Wenn man sich die Natur anschaut, sieht man, dass "Spielen" als ein ungefährliches Üben für das wirkliche Leben verstanden wird. Tierkinder trainieren ihr Jagdverhalten, um später erfolgreich zu sein. Es wird auch Stärke und Durchsetzungsvermögen geübt.
Zu Hause in der Menschenfamilie wird auch gespielt.
Ich erinnere mich gerne an Abende mit Karten und Brettspielen.
Hier beschränkt sich das Gewinnen und Verlieren auf ein schönes oder doofes Gefühl.
Meine Mutter sagt immer, sie hat uns nicht immer gewinnen lassen, damit wir lernen, mit dem Verlieren richtig umzugehen.
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Viele Grüße, Ralf

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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Rubinsky » 26.12.2011, 19:08

Spielen ist ein Bewusstseinszustand von Gott, nur das Spiel zählt, alles andere hat keine Bedeutung. Ist gilt meist ein besonderer "geschützer" Raum, es Herrschen andere Regeln und vorwiegend ist der Spieler in einem natürlichen Sein.
Als Mensch wird oft das Lernen von Fähigkeiten als "spielenden Prozess", wie von Realkojack schon richtig beschrieben, bezeichnet.
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Realkojack » 26.12.2011, 19:48

Ich habe gerade noch einmal über meinen letzten Satz nachgedacht; sinngemäß: "spielen, um das Verlieren zu lernen".
Hmmm, haben also vielleicht diejenigen, die keine "Problemspieler" werden, zuvor das Verlieren gelernt und die anderen nicht? ::105::
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Rubinsky » 26.12.2011, 20:59

Verlieren lernen und zu verstehen, dass Handlungen die zu keinem Gewinn führen sein zu lassen ist ein wichtiger menschlicher Prozess.

In der Natur führt so ziemlich jede Handlung zu einem Gewinn, sei es Holz sammeln, Baum pflanzen, Tiere züchten, etc. Die künstlich geschaffene Umgebung wie z. b. eine Spielstätte, in der kein Gewinn eintreten kann, verwirrt den menschlichen Geist solange, bis er es verstanden hat.
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon GameSimu » 26.12.2011, 21:56

Hallo Ralf, Hallo Ruben.

Ralf, Dein Ansatz gefällt mir außerordentlich, weil es eine sehr „natürliche“ Art der Erklärung für das Phänomen des Zuvielspielens ist. Vermutlich reicht er nicht aus. Aber ganz sicher ist auch, dass es bei mir in meiner wilden Zeit sehr häufig Situationen gab, die sehr viel Geld kosteten, allein deshalb, weil ich just kein Verlierer sein wollte. Ganz sicher ist auch, dass ich damals öfters nur aus einem Grund spielen gegangen bin, dem nämlich, dass ich mich im Leben als Verlierer fühlte. Freilich gab es auch andere Situationen, darunter durchaus auch die, dass ich deshalb loszog, weil ich Gewinner sein wollte.

Ruben, Du schreibst:

<“In der Natur führt so ziemlich jede Handlung zu einem Gewinn, sei es Holz sammeln, Baum pflanzen, Tiere züchten, etc. Die künstlich geschaffene Umgebung wie z. b. eine Spielstätte, in der kein Gewinn eintreten kann, verwirrt den menschlichen Geist solange, bis er es verstanden hat.“>

Dem halte ich – mit einer ganz bestimmten Absicht Deinen Satz umformulierend – entgegen:

In der Natur führt so ziemlich jede Handlung, die zu einem Gewinn führt, auch zu einem Verlust, sei es das Verbrennen gesammelten Holzes, das Schlagen gepflanzter Bäume, das Schlachten gezüchteter Tiere, etc. Eine Umgebung wie die einer Spielstätte, die ebenso natürlich wie alles andere in der Natur ist, weil sie gleichermaßen von einem Teil der Natur, dem Menschen nämlich, geschaffen wurde, beschäftigt das menschliche Gehirn, bis es erreicht hat, was es beabsichtigte oder aufgeben muss.

Liebe Grüße
Mike
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Rubinsky » 26.12.2011, 22:09

GameSimu hat geschrieben:In der Natur führt so ziemlich jede Handlung, die zu einem Gewinn führt, auch zu einem Verlust, sei es das Verbrennen gesammelten Holzes, das Schlagen gepflanzter Bäume, das Schlachten gezüchteter Tiere, etc.


Dein geschriebener Verlust ist richtig, so dass ich relativiere. Der Gewinn aus den resultierenden Verlusten deines Bespiels hat meiner Meinung nach einen vielfachen Mehrwert als eine Spielstsätte mir bietet. Das mag nicht bei allen so sein. Dies könnte sich bei mir ändern durch freien Zugang zu Geld.

GameSimu hat geschrieben:Eine Umgebung wie die einer Spielstätte, die ebenso natürlich wie alles andere in der Natur ist, weil sie gleichermaßen von einem Teil der Natur, dem Menschen nämlich, geschaffen wurde, beschäftigt das menschliche Gehirn, bis es erreicht hat, was es beabsichtigte oder aufgeben muss.


Stimmt nicht, da die Natur nicht vom Menschen (Ego) gegeben wurde.
Sicherlich ist die Spielstätte ein Teil der Natur des Menschen (Ego), aber nur "untergeordnet" der Natur der Erde. Wobei jetzt vollständigkeitshalber erwähnt wird, dass das Wesen selbst im Menschen gleich der Erde kommt. Durch die Verbindung zum Körper kommt die "Unterordnung" zustande.

Sprich: Eine Spielstätte hat nicht die gleiche Natürlichkeit und ich spreche bewusst von künstlich.
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Realkojack » 26.12.2011, 22:39

Rubinsky hat geschrieben:Stimmt nicht, da die Natur nicht vom Menschen (Ego) gegeben wurde.
Sicherlich ist die Spielstätte ein Teil der Natur des Menschen (Ego), aber nur "untergeordnet" der Natur der Erde. Wobei jetzt vollständigkeitshalber erwähnt wird, dass das Wesen selbst im Menschen gleich der Erde kommt. Durch die Verbindung zum Körper kommt die "Unterordnung" zustande.

Sprich: Eine Spielstätte hat nicht die gleiche Natürlichkeit und ich spreche bewusst von künstlich.


Puuh, gerade noch so kapiert. :geek:
Ich dachte schon, ich müsste jetzt mein inneres "ich" mit dem Universum vereinigen.
Aber zum Glück tut's auch ein Bier.
120.gif


:lol:
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Rubinsky » 26.12.2011, 22:43

Wenn es die gleiche Natürlichkeit wäre, müsste ich mit der gleichen Menge Geld aus einer Spielstätte gehen, gleich ob ich gewonnen oder verloren habe.

Bitte Mike, wenn du von Absichten sprichst, nenne Sie im gleichen Moment. Das wirkt auf mich ehrlich.
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Rubinsky » 26.12.2011, 22:47

Realkojack hat geschrieben:Puuh, gerade noch so kapiert. :geek:
Ich dachte schon, ich müsste jetzt mein inneres "ich" mit dem Universum vereinigen.
Aber zum Glück tut's auch ein Bier.
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:lol:


Ich gehe davon aus, dass dein inneres Ich mit dem Universum vereinigt ist :hoch
Bier wirkt unterstützend bei dieser Erfahrung :D
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon kobayashi » 27.12.2011, 09:56

Wow, prima was Ihr da so schreibt. Das gefällt mir so gut, dass mir im Moment gar nichts einfällt was ich darüber hinaus selber noch schreiben könnte..... und das ist selten.

Mal etwas sacken lassen.
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon GameSimu » 30.12.2011, 12:51

Hallo Ruben.

Zunächst eine Bitte: Gott, gehört, wie ich finde, nicht an dieses Board. Du scheinst gläubig zu sein und wirst deshalb wissen: über Gott kann man nicht streiten, meint: sich auseinandersetzen.

Das Austauschen gegensätzlicher Positionen aber ist Ziel dieses Threads.

Dann zu Deinem Satz: <“ Bitte Mike, wenn du von Absichten sprichst, nenne Sie im gleichen Moment. Das wirkt auf mich ehrlich.“>

Ah, ich dachte, das würde sich von selbst verstehen. Meine Absicht war eine Anregung zum Nachdenken, also keine besondere, geheimnisvolle Absicht. Es hieß mehr in der Art: ich schreibe, dass ich die Zeilen absichtsvoll umgeschrieben habe, damit keiner denkt, ich hätte es nur so zum Spaß gemacht.

Mit dem folgenden Satz, Ruben: <“ Wenn es die gleiche Natürlichkeit wäre, müsste ich mit der gleichen Menge Geld aus einer Spielstätte gehen, gleich ob ich gewonnen oder verloren habe.“>, versuchst Du zu belegen, dass eine Spielstätte kein natürlicher Ort sei.

Nun ist das so, dass eine Menge Menschen unter etwas Natürlichem nicht das verstehen, was Menschen schaffen. Plastik wird beispielsweise von vielen Menschen nicht als natürlich angesehen. Insofern ist Dein Einwurf, Spielstätten seien kein Teil der Natur verständlich. Allerdings meine ich, dass wir alle im Verlaufe der Diskussion (vielleicht erst in ein paar Monaten) Spielstätten diesbezüglich mit anderen Augen sehen werden.

Gleichwohl ist Dein obiger Satz nicht richtig und als Beleg nicht tauglich. Es ist zwar richtig, dass man nicht mit der gleichen Menge Geld aus der Spielstätte geht, aber das ist ohne weiteres auch der Fall, wenn man eine Kuh zum Schlachter bringt. Ein Teil nimmt man als Wurst wieder mit und ein anderer Teil bleibt da. Ebenso bleibt ein Teil des Geldes in der Spielstätte. Das Geld selbst geht nicht verloren. Von dieser Seite her ist also kein Unterschied zu Prozessen von Mutter Natur, in der alles erhalten bleibt und nur umgeformt wird.

Noch eine allgemeine abschließende Bemerkung: Die Postings zwischen Ruben und mir sind etwas philosophisch und deswegen vielleicht nicht jedermanns Sache. Gleichwohl lässt sich auch aus diesen Gedanken auch etwas für die Diskussion ziehen. Bitte also sich dadurch nicht vom Thema abhalten lassen.

Konkretes zum Thema selbst alsbald von mir.

Liebe Grüße
Mike
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon kobayashi » 31.12.2011, 10:16

Ich will das "Spiel = Kampf = Wettbewerb" Thema hier einfach nochmal hintransportieren, was wir ja im anderen Threat schon andiskutiert haben.

Zur Einstimmung hier mal eine Gerätewerbung aus Estekas Pedia 1968 :

kampf.jpg


kampf2.jpg


kampft3.jpg




Wenn ich diese Werbung lese, kann ich mit meiner Theorie nicht so ganz daneben liegen.
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon Realkojack » 31.12.2011, 11:22

Naja, auch heute noch erfreuen sich Schießbuden auf der Kirmes großer Beliebtheit.
Man bezahlt sich dumm und dämlich, um ganz stolz einen Plastikschraubendreher oder einen Aufkleber zu bekommen. ;-)
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Re: SPIEL ALLGEMEIN

Beitragvon kobayashi » 30.07.2012, 11:13

Hi Mike, schön mal wieder was von Dir zu hören. Da Du mich auch direkt ansprichst will ich auch mal wieder was dazu schreiben, wird aber bestimmt wieder etwas länger.

Du hast ja, Alex, schon ganz zu Beginn erfasst, dass der Secret Star nur erfolgreich mit Risikospiel zu bespielen ist bzw. zusätzlich unter Zuhilfenahme der Level-Taste.


Tatsächlich habe ich das Spielsystem so angelegt, dass ohne die Risikotaste praktisch wenig läuft.


Ja dem war so, allerdings war ja ziemlich in der Anfangsphase der Diskussion (kann auch telefonisch gewesen sein) mal von Dir behauptet worden, dass das Risiko ein quotenneutraler sagen wir mal "Aufsatz" auf jedes ADP Spiel ist, was die Spielmathematik nicht beeinflusst.

Kann man diese Aussage dann noch so stehen lassen ?

Das Konzept, wie wir inzwischen wissen, ist nicht aufgegangen. Als wir den Secret Star machten, auch inzwischen drei Jahre her, gingen wir davon aus, dass das Risikospiel noch lebt und sogar im kommen sei.

Aber es sieht heute so aus, dass es inzwischen eine Klientel gibt, welche das Risikospiel auf eine spezielle Weise betreibt und dass es darüber nicht hinausgeht, die, welche das Risikospiel nicht oder nur wenig betreiben, nicht „infizierbar“ sind. Die Zeiten eines Disc jedenfalls, die wir beide, Alex, noch gut zu kennen scheinen, sind vorbei.


Na so pauschal würde ich das nicht sagen. Es gibt immer noch viele Risikoliebhaber, die in der Regel ADP oder BallyWulff spielen. Novomatic ist durch das Kartenrisiko da eher nicht das bevorzugte Spielepaket.

Aber warum funktiontiert das Risikokonzept beim SS nicht ? - Relativ einfach zu beantworten, der Risikospieler will relativ oft hohe Einstiege ins Risikospiel wie bei den Klassikern Triple Chance und BlazingStar oder deren Clone. Der SS bietet diese hohen Einstiege zu selten, im Normalspiel deutlich zu selten und im Sternspielen zwar von der Höhe ok, aber nicht in der Frequenz wie sie der Risikospieler haben möchte. Der Versuch alle Zielgruppen in einem Spiel zu befriedigen hat im Endeffekt dem SS geschadet. Die Feature- und Eventspieler wollen mehr "Bums" in den Features und der Topwin müsste wie hier schon oft andisskutiert häufiger und sichtbarer eintreten und die Sternspiele müsste häufiger hohe Symbole schmeißen. Der Risikospieler braucht seine häufigen höheren Einstiegspunkte in die Leiter.

Risiko läuft halt etwas anderes ab als zu Zeiten der Sonderspiele. Da hat man gerne mal geringere Sonderspiele angenommen als Verlängerung. Heute spielen die Risikospieler Hop oder Top, für ein gutes Spielerlebnis sind da hohe Einstiegspunkte erforderlich um die 140 auch mal zu erreichen.

Um beides zu erreichen muss die Quote verändert werden. Beim SS geht viel zu viel Quote in die "Kirschen-Klein-Murkel"-Gewinne. Dies hält zwar die Verluste in Genzen, verhindert aber das sich obenrum viel tun kann. Also Risiko nicht von ganz unten mit dem Kirsch-Muß sondern aus mittleren Gewinnen starten. Die Quote für die ganz kleinen Gewinne muss deutlich reduziert werden und den mittleren und Großgewinnen zugeschlagen werden.

Was zu dieser Ambivalenz auch passt, das ist, dass Du selbst immer wieder beschrieben hast, dass Deine Bilanz am Secret Star ausgeglichen ist und trotzdem ist Dein Urteil davon wenig gefärbt. Was ist nicht eingetroffen, worauf Du gewartet hast?


Genau das ist es was mein letztes Fazit beschreibt. Ich verliere zwar nicht viel, aber es fehlt das richtige Gewinnerlebniss, also der Kick der die Botenstoffe wie Dopamin, Endorphin, Adrenalin und Co. fließen läßt. So tröpfelt das Spiel so vor sich hin. Ich wurde beim "Reiz des Neuen" davon erstmal ganz gut unterhalten ohne viel zu verlieren, nun ist aber die Luft raus und das Spiel wird langweilig weil der richtige "Rums" fehlt.

Ferner leidet es halt wie alle Spiele mit Jackpotzähler darunter, das man es nur noch anfasst wenn der Jackpot recht hoch steht. Ich persönlich fasse unter Jackpotstand 85 den SS nicht mehr an.

Der Hintergrund ist, und das hast Du in deinem Beitrag, als Du auf der IMA den Secret Star spieltest, sehr gelungen beschrieben, dass man am Secret Star um den Erfolg kämpfen können sollte, dass es eben hin und her geht und man einmal vorne, dann wieder hinten und im Glücksfall am Ende vorne liegt.


Ja hier wird es schwer es in Worte zu fassen. Der Kampf der Risikospieler liegt darin sich die Leiter hochzukämpfen um das Endziel (ja ich weiss böses Wort, aber passend) die 140 zu erreichen. Dazu bietet mir der SS aber wie oben beschrieben zu wenige Einstiegspunkte.

Der Feature Spieler kämpft um das gute Feature was auch mal verlängert und auch mal sehr gute Zahlen schreibt.

Systembedingt gibt es keine Verlängerung da es ja nur ein 1-Spiel-Feature ist. Und quotenbedingt kommen halt viel zu oft die Kirschen, was Frust auslöst. Man gibt den Kampf auf weil es ja eh sinnlos ist, zumindest denkt man so.

Auf der IMA habe ich mich gar nicht mehr über das Feature gefreut, weil ja "eh die Kirschen kommen" was ja auch leider fast immer der Fall war. Auf der IMA war es im Gegensatz zum Echtgeldspiel auch kein Hin- und Her. Ich habe tausende von Euros auf Max-Einsatz versenkt und es kam über Stunden fast nichts. "3-Kirschen"-Features bezeichne ich in diesem Zusammenhang auch mal als "nichts".

Dazu kam der rein phychologische Effekt das Melanie am Nachbargerät mit Fishing Frenzy von einer Cash-Time in die nächste rutschte und fette Gewinne machte. Von Ihr kam nur ein (sinngemäßes Zitat) "Was spielst Du denn da für ein blödes Spiel ?". Klar ich weiss natülich "Right Time Right Place" ist alles. Aber die seichten Verluste am SS erkauft man halt mit sehr seltenden richtigen Gewinnerlebnissen.

Auch die Testmode-Videos bei Youtube helfen nicht darüber hinweg, dass noch keiner aus der Goldserie Gemeinde jemals einen realen Top-Win gehabt oder gesehen hat. Bei allen anderen MaxWin Geräten sind diese Gewinne zumindest im Gespräch und es schon mal drüber berichtet worden. Diese Problematik haben wir hier ja schon hinreichend besprochen.

Das ist denn gleich auch eine Frage an Dich und an alle: Inwieweit diese Einschätzung zutrifft, dass zwischen der Disc-Zeit und der heutigen ein deutlicher Unterschied besteht? - Ich meine, die Spieler heute sind bedeutend weniger „aktiv“.


Nein die Risiko-Spieler sicher nicht, es geht nur nicht um Sonderspiele die man möglich oft verlängern möchte sondern um Direkt Cash. Genau an diesem Punkt ist auch die Frage ob der Disc den ADP nun im Testpaket hat funktionieren wird, da es eben keine Sonderspiele gibt sondern direkt Cash. Den Hardcore-Risiko-Spielern wird er sicher gefallen, Leuten die etwas Langzeitunterhaltung mit trotzdem höhreren Gewinnen wünschen sicher nicht. Ich persönlich hätte für die Zielgruppe der Retro-Spieler den DISC mit Sonderspielen realisiert und nciht mit Direct Cash, vielleicht noch eine Mischform wie bei den ersten TR4 Geräten wie dem Neon vom Bally.

Was mich an Deinem Bericht auch sehr interessiert hat, dass ist der Zwiespalt. Auf der einen Seite beschreibst Du, dass der Spielspass (der Kampf) da war, auf der anderen Seite ist Dein Fazit negativ (nichts für Highroller). Was hat gefehlt? Sieh mal vom Gewinnen ab, was man am Secret Star, wenn man riskiert, ebenso wie an jedem anderen kann,


Siehe oben - Adrenalin und co.

Apropo Kampf. Ich erinnere mich, dass Du der Vertreter der These warst, dass Spielen an einem GGSG mit Kampf zu hatte (und ich glaube Stefan anderer Meinung war). Wir sollten das Thema, dann aber in dem Thread SPIEL ALLGMEIN, mal alle zusammen intensiv beleuchten. Vielleicht muss man heute weitere Vokabeln als nur Kampf zur Beschreibung heranziehen.


Den Kampf würde ich nur noch auf das Spielen allgemein beziehen, also den Kampf gegen den Automat um das Geld der Anderen. Speziell auf das einzelne Spiel oder Spielpaket würde ich es nicht beziehen, da die Unterhaltungskomponente nicht zu vernachlässigen ist.


Zurück aber zu der Ambivalenz. Aztek hat einmal beschrieben, dass er den Secret Star nebenbei hat laufen lassen und dann überrascht war, dass ein paar Euronen plötzlich mehr drauf waren. Kann es sein, dass beim Betrachten des Secret Star Übererwartungen entstehen? – Erwartungen vielleicht wie man sie bei anderen Geräten hat. Ist Spielen heute nur noch ein Warten und ein „Sich-Auspeitschenlassen“ bis der grosse Gewinn einläuft und das Blatt wendet?


Ja das ist es, der SS suggeriert im Endeffekt dass er ganz dicke Dinger werfen wird, im Endeffekt belohnt er aber "nur" noch mit moderen Verlusten oder kleinen Gewinnen.

Das ist aber als Fazit meiner Ausführungen halt der Knackpunkt warum der SS nicht richtig einschlägt, das Adrenalin beginnt einfach nicht (mehr) zu sprudeln nachdem die Erfahrung gezeigt hat, dass einfach nichts Großes kommt, bzw die Wahrscheinlichkeit darauf extrem niedrig ist.

Beim "Veteran" BOR steigt halt heute noch der Blutdruck wenn der Forscher das Symbol wird und man weiss der 4er oder 5er kann kommen.

Beim SS gibt es nur noch einen motivationslosen Gedanken :

"... es kommen ja sowieso die Kirschen"
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