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Glückspilz

Glückspilz, Wilhelm Söker, 1955
Hersteller: Wilhelm Söker
Baujahr: 1955
Währung: 10 Pfennig
optische Animation mit LED: Nein
akustische Animation mit MP3: Nein
EZ (elektronische Zulassung): Nein
Beschreibung:

 

Text und Bild Automatenmarkt 9/1991

Schätze aus der Vergangenheit


von Birgit Friederike Haberbosch

Wer unter den Sammlern ein Geldspielgerät namens „Glückspilz" besitzt, kann sich wohl auch als Glückspilz bezeichnen. Es gibt auf dem Sammlermarkt nicht sehr viele dieser optisch ansprechenden Geräte. Gemeinsam mit dem „Sputnik" aus dem Jahre 1960 von NSM/Löwen dürfte es zu den beliebtesten Sammelobjekten im Geldspielbereich der Nachkriegsära zählen.

Die Funktion

Nach dem Einwurf eines Groschens dreht sich hinter dem Geräteglas eine beleuchtete Scheibe. Gewinnsymbole wie Augen, Mund, Kleeblatt, die weißen Gewinnmarken sowie die Sterne des Fliegenpilzes beginnen durch verschiedene spiralförmig aufgetragene Farben im Zentrum der Scheibe bunt aufzuleuchten. Nach zehn Sekunden stoppt die Scheibe automatisch. Durch Betätigen des weißen Knopfes unter dem Münzeinwurf kann die Scheibe weitere fünf Sekunden gedreht werden. Die vorgeschriebene Mindestspieldauervon 15 Sekunden ist damit erreicht.

Beide Läufe werden in den Sichtfenstern rechts und links im Geräteglas angezeigt. Ein Gewinn wird dann ausbezahlt, wenn sich die Spitze einer Gewinnmarke genau in die rote Markierungskerbe über den halbkreisförmigen Ausschnitt der darunter befindlichen Scheibe einfügt.

Glueckspilz (Soeker 1955)2

Je nach Symbol kann der Gewinn zwischen 20 Pfennig und einer Mark liegen. Ein Elektromotor versetzt die Gewinnscheibe in Rotation. Rückwärts ist die Scheibe mit einer Rastscheibe verbunden, die 100 Zähne, darunter 25 Gewinnrasten, hat. Kon taktstifte auf der Scheibe schließen bei einem Gewinn den Stromkreis und bringen so das Gerät zum Auszahlen.

Die Historie

Mit der Durchführungsverordnung vom 18. September 1953 war nun endlich das Aufstellen von Geldspielgeräten in geschlossenen Räumen geregelt. Die Ausgabe von Spielmarken wurde zugunsten des reinen Geldgewinns aufgehoben. Diese Regelung brachte eindeutig einen großen Aufschwung in die Spielgerätebranche.

Eine schrittweise Neuordnung des Geldspiels erfolgte durch die Änderungsverordnung vom 27. Juli 1951. Die neuen Zulassungsgrundsätz sagten: „Bei der Zulassung mechanisch betriebener Spielgeräte kommt es nicht darauf an, ob der Erfolg von der Geschicklichkeit des Spielen oder vom Zufall abhängt."

Maßgebend wurde nun die Begrenzung der Spielzeit auf mindestens 15 Sekunden, der Einsatz von zehn Pfennig und der Gewinn von höchstens einer Mark. 60 Prozent des Gesamtunisatzes mußten an den Spieler zurückgezahlt werden.
Die rein mechanischen Spielautomaten wie die Münzschleudergeräte entsprachen diesen Vorschriften nicht mehr, da der Spielablauf wesentlich kürzer war. Die Zulassungen für diese Geräte liefen 1953 aus. Auch war es möglich, diese Geräte leicht zu manipulieren, indem Groschen, die sich bereits in den Verlustschächten befanden, durch einen entsprechend starken Magneten in die Gewinnschächte gezogen wurden. Dadurch wurde die Auszahlmechanik ausge löst und die Geräte konnten ausgeplündert werden.

Mit der exakten Eingrenzung der Spielzeit war die Geburtsstunde des elektromechanischen Spielautomaten gekommen, in dem eine eingebaute Schaltwalze Anfang und Ende des Spiels unabhängig von der Mitwirkung des Spielers regelte.

Nach den langen Jahren der Ungewißheit wurde unter vielen anderen Ideen von der Firma Söker das Einscheibengerät „Glückspilz" eingeführt.

Die Optik

Deutlich haben sich Form und Art der Geräte im Vergleich zu den 30er Jahren verändert. Nicht nur, daß aus ren rein mechanischen Geschicklichkeitsgeräten elektromechanische Geldspielgeräte wurden, auch die Form wurde kürzer und etwas breiter. Die Ecken sind leicht abgerundet. DieAuszahlschale liegt mittig im Gerät integriert, links und rechts davon sind Gewinn- und Spielplan angebracht..

War „früher" das Spielfeld auf der ganzen Fläche des Gerätes, so nimmt es beim „Glückspilz" nur noch die oberen Zweidrittel ein. Durch die Beeuchtung und das bunte Glas erhält das Geldspielgerät Farbe und Spielanreiz, der sogar noch heute von jedem, der das Gerät in seiner Funktion seht, nachvollziehbar ist.


Hersteller: Wilhelm Söker
Baujahr: 1955
Münzung: 10 Pfennig
Maße: 49,5 x 17 x 62 cm
Gehäuse: Holz furniert Spielauslösung: Knopfdruck
Gewinnart: Geld
Gewinnhöhe: 20, 40, 60, 80, 100 Pfennig
Gerätegruppe: Geldspielgerät, Wandgerät
Funktion: elektromechanisch

Zu finden in: Gesamtliste | Sonstige

Eintrag erstellt: 31 October 2017 22:37:03 |
Letzte Änderung: 30 January 2018 16:32:29 |
Hits: 1724
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