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Bajazzo

Bild1
Hersteller: Jentzsch & Meerz
Baujahr: 1907
Währung: 10 Pfennig
optische Animation mit LED: Nein
akustische Animation mit MP3: Nein
EZ (elektronische Zulassung): Nein
Beschreibung:

Grundsätzliches : Die ersten deutschen Geldspielgeräte konnte man in zwei Gruppen einteilen: Münzschleuderspiele und Münz- oder Kugelbalancierer. Die Spielmechanik des Bajazzo beruht auf dem Prinzip der Kugelschleuder mit beweglicher Fangtasche. Das erste Gerät kam in Deutschland vermutlich 1907 auf dem Markt/Spielhalle. Die deutsche Automatenschmiede lag damals in Sachsen (z.B. Leipzig: Jentzsch & Meerz, E.G. Lochmann & Co, Dresden: Hugo Kegel). Den Namen verdankt das Gerät der beweglichen Bajazzofigur.

Die Figuren sind handbemalt. Der Ball zwischen den Beinen rollt beim Bewegen der Figur auf einer Messingstange, dadurch entsteht der Eindruck die Figur bewegt sich auf den Ball. Hinter der Bajazzofigur verbirgt sich unsichtbar die Auffangschale für die Kugel. Es gibt auch Varianten ohne Ball und mit verdeckter Auszahlung, Das Spielprinzip Kugelbalancierer des Bajazzo erwies sich als die begehrteste Variante unter den Geldspielgeräten in den 20igern Jahren und wurde in unzähligen Varianten gebaut. Die Popularität dieser Geldspielgeräte konnte auch mit Gesetzen und Polizeiverordnungen Anfang des 19. Jahrhunderts nicht gestoppt werden. Sogar nach dem 2.Weltkrieg lebte kurzzeitig der Bajazzo wieder auf. Diese Geräte konnten jedoch mit den neuen elektromechanischen Geräten nicht mehr mithalten. Das endgültige Aus für den Bajazzo war die erste Spielverordnung (West) nach dem II.WK von 1953. Das ehemalige Zentrum der Deutschen Automatenindustrie befand sich in der Ostzone und war durch die russische Besatzung völlig aus dem Rennen geschlagen. Wer keinen Bajazzo hat, kann ihn auch heute noch auf einigen Rummelplätzen antreffen zum Spielen. So z.B. auf der Leipziger Kleinmesse .

 

 

Währung/Einwurfmöglichkeit: 10 Pfg. / 1x

 

Spielpreis: 10 Pfg.

 

Spielverlauf: Das Spielprinzip ist wie folgt: Man wirft eine 10 Pfg. Münze ein. Die Münze passiert den mechanischen Münzprüfer an der Gehäuserückseite und fällt in den Münzschacht 1 betätigt dabei Hebel 2 und dieser gibt über 3 die Kugel frei. Die Kugel rollt zur Abschussvorrichtung 4 und kann über die Mechanik 5 ins Spielfeld befördert werden. Jetzt ist die Bajazzofigur an der Reihe (gesteuert vom Spieler) mit dem Fangen der Kugel. Die Bewegung der Figur erfolgt mit der Mechanik 6 . Wenn die Kugel gefangen wurde, erfolgt eine Freigabe des Auszahlrades über 7 und es werden 20 bis 40 Pfg.. ausgezahlt.

spielfeld-hintenbajazzo-front-bedienung bajazzo-front-auszahlung

 

Innenleben/Technik: Das mechanische GSG aus der Gründerzeit besteht aus Holz (Eiche) und Metall (Messing, verzinntes Stahlblech) und natürlich einer verchromten Kugel. Die solide Mechanik arbeitet auch nach 80 Jahren zuverlässig, wie bei der ersten Aufstellung. Mein Bajazzo ist nach der heutigen Einordnung: ein Bajazzo mit Ball, Zweihandgerät, offene Auszahlung, Münzeinwurf mit Schwanenhals.

 

Erscheinungsjahr: 1907

 

persönliche Meinung: Mit den Bajazzo fing alles an...


Eintrag erstellt: 31 October 2017 22:37:03 |
Letzte Änderung: 1 January 2018 22:16:35 |
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