Donnerstag, Januar 23, 2020
   
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Hellomat

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Warum die Hellomat-Geräte Hellomat hießen...


Ich habe mich gestern mit meinem Freund Thomas (User "kreditwuerdig") auf den langen Weg in die Eifel gemacht, um einen äußerst seltenes Gerät, einen Hellomat Favorit abzuholen. Wir hatten ein solches Gerät bereits schon einmal Anfang der 90er Jahren besessen und gingen bislang immer davon aus, dass es sich um ein Einzelstück oder zumindest einen Prototypen handelte, da das Gerät die Zulassungsnummer "...0001" hatte und ansonsten nirgends Informationen über die Existenz dieses Modells aufzutreiben waren. Weder im Internet noch in Fachmagazinen aus der entsprechenden Zeit. Um so mehr kam irgendwann der Punkt, als wir es mehr als bereuten, das Gerät irgendwann abgegeben zu haben und hätten uns dafür am liebsten in den Allerwertesten gebissen. Das Gerät, was wir gestern in Empfang nahmen, hat die Zulassungsnummer "...0038". Also wird es da höchstwahrscheinlich wohl doch zumindest ein paar Dutzend von gegeben haben müssen.

Die Fahrt lohnte sich in vielerlei Hinsicht. Zum einen, weil sich das Gerät in einem bemerkenswert guten Zustand befindet, zum anderen, weil ich dadurch auch hinter das Geheimnis der Bezeichnung "Hellomat" gekommen bin. Das Gerät war nämlich im Privatbesitz eines Anbieters aus Hellenthal in der Eifel. Und Hellenthal ist auch die ehemalige Produktionssätte der Hellomat-Geräte gewesen. Dementsprechend bezieht sich die Bezeichnung Hellomat keineswegs etwa auf das freundliche Grußwort "Hello" und hat auch nichts mit "hell" (in welchem Zusammenhang auch immer) zu tun. Es bezieht schlicht und ergreifend auf den damaligen Frimensitz Hellenthal. Des weiteren ist bei vielen alten Groschengeräten von Hellomat ein Schild mit "Eifel" auf der Frontpartie angebracht. Die Anfahrt an sich gestaltete sich auf den letzten Metern sehr abenteuerlich. Denn das Haus, wo wir das Gerät (nebst einem Flipper "Aztec" aus den 70ern) abzuholen hatten, war die Dienstwohnung des Betriebsleiters der dortigen Oleftalsperre. Der Verkäufer der Geräte wies uns schon vorher am Telefon darauf hin, dass das Navigationssytem zwar die Straße, nicht aber das Haus finden würde. Es war bereits dunkel, als wir in Hellenthal ankamen. Wir fuhren die Straße immer weiter, über einen Parkplatz hinweg, so wie uns es der Verkäufer erklärt hatte, als wir plötzlich - wir erschraken beinahe - eine riesige, dunkle Mauer am Horizont sahen - sonst nichts. Thomas sagte schon "Hier sind wir bestimmt falsch, ich dreh´ mal". Doch ich sah den kleinen Waldweg (als Betriebsweg/-gelände deklariert), welcher sich serpentinenmäßig nach oben schlängelte. Ich sagte, er solle da ´rauf fahren. Zufälligerweise kam uns ein Sopaziergänger entgegen, den ich fragte, ob wir hier richtig seien, was er bejate. Hätte dort Eis oder Schnee gelegen, hätten wir keine Chance gehabt, wieter hinauf zu fahren. Oben am Haus angekommen (wir kamen sogar noch an einer alten Souvenierbude vorbei) und ausgestiegen, waren Thomas Worte nur noch (wir hörten von unten leise das Plätschern und Rauschen der Energiegewinnungsanlagen): "Hier möchte ich nicht wohnen, hier hätte ich keine Ruhe"... Schade, dass es schon so spät war. Denn der Betriebsleiter hätte uns sonst die Anlagen zeigen können (bis auf wenige der Pfeiler sind alle innen hohl und begehbar!) und wir hätten uns oben den See mal anschauen können.

Uns jedenfalls hat das so sehr beeindruckt, dass wir da auf jeden Fall noch einmal einen Ausflug hin machen wollen. In der Nähe ist auch eine Sommerrodelbahn, da wollen wir dann auch mal runterheizen. Vielleicht hat der Verkäufer bis dahin ja auch wieder einen schönen Hellomat für uns...

 

oleftalsperre

Dort wo der rote Kreis ist, ist das Haus, wo wir den Hellomat und den Pinball abgeholt haben...



Hellomat und Busch ?

Es gab damals 2 Automatenfirmen deren Sitz beide in der Eifel waren.Einmal die Firma Hoffmann und einmal die Firma Busch.Daher auch auf manchen Automaten das Schild Eifel,was viele mit dem Firmen Namen verwechseln.Irgendwann haben beide Firmen gemerkt das sie nicht mehr einzeln als kleine Unternehmen existieren können.Man beschloss sich zusammen zu schließen.Ein Firmenname mußte her,da Geräte von Busch schon als Beinamen Hellomat hießen ( wie bei NSM Rotamint,oder Wulff Rotomat ) nahm man diesen als Firmennamen,weil der Schriftzug Hellomat daher schon bekannt war.Als Produktionsstätte nahm man das Werk der Firma Busch,was in Hellenthal ansässig war.So entstand die Firma Hellomat Busch.

 

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Die Hellomat-Produktionsstätte

Seit nunmehr fünf Jahren residiert Hellomat weg von der Alltags-Hektik im idyllischen Mecherniclr-Obergartzem - nur ein Katzensprung von den Ballungszentren entfernt. Der Baustil des Industrie-Komplex gliedert sich in die Umgebung ein

 

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David gegen Goliath: Die Variante unserer Branche heißt „Hellomat"

Welche Chancen hat ein mittel­ständisches Unternehmen in der Automatenbranche? So viele, wie es unternehmerischer Spür­sin schafft, eigene Nischen im Markt aufzutun.

Bereits im Jahre 1955 wurden in Hel­lenthal/Eifel die ersten Geldspielgerä­te hergestellt. Über 20 Jahre setzte das unter Vellomat, Neomat und später Hellomat bekannte Unternehmen sei­ne gesamte Produktion über den freien Großhandel ohne Probleme ab. Aber der Markt wurde enger, immer mehr Anbieter teilten sich den Markt.

Rüdiger Deutsch, der das Unterneh­men ab 1973 als geschäftsführender Gesellschafter übernahm, konnte noch gerade eben den Segen eines Ver­käufermarktes erleben. Er startete mitden Erfolgsgeräten Hellomat 2000 und 2030, die insgesamt die stolze Zahl von fast 10.000 produzierten Geräten er­reichten. Heute ohne eigene Vertriebs­organisation eine undenkbare Zahl.

Nie in der langjährigen Firmenge­schichte veränderte sich das Unterneh­men so stark wie in den letzten fünf Jahren. Hellomat verwendete als zwei­tes Unternehmen der Branche die Mi­kroprozessortechnik in seinen Geld­spielgeräten. Die neue Technik und die um TV-Geräte erweiterte Produktion forderten eine wirtschaftlichere Ferti­gung. 1983 wurde die über 5000 Qua­dratmeter große Produktionsstätte in Mechernich bei Köln, direkt an der Au­tobahn 1, in Betrieb genommen.

Das bis dato gut florierende Unter­nehmen begann ausgerechnet in der Zeit des Produktionswandels zu stag­nieren. Denn der bewährte Absatzweg über den immer mehr hersteller bundenen Großhandel wandelte s' in kürzester Zeit zum Käufermarkt. Jeder Hersteller sah sich gezwungen, die eigenen Produkte stärker zu forcieren. Dieses Defizit glich Hellomat durch die Gründung eigener Niederlassung aus. 1982 startete das Unternehmen in Gelsenkirchen, im gleichen Jahr kamen die A bis Z-Niederlassungen in Hamburg, Berlin und München dazu. Die jüngsten Kinder sind Köln- Bonn, Würzburg, Bielefeld und Frankfurt. Insgesamt acht Niederlassungen vertreiben heute über 70 % der gesamt Produktion.

Immer schnellere Modellwechsel in der Geldspielgerätefertigung und eine verstärkte Diversifikation in anders Produktionsbereiche belasteten die Entwicklungsabteilung, unter Leitung von Jürgen Horst, bis an den Rand ihrer Möglichkeiten aus. Jürgen Horst: „Ei­ne Schnelligkeit wie im Showgeschäft da bleibt kaum Zeit zum Luftholen."

Die notwendige Konsequenz blieb nicht aus. Die innerhalb der letzten zwei Jahre nunmehr verdoppelte Entwicklungsabteilung beginnt Früchte zu tragen. „Nach all den Strapazen, Erfolgen, Mißerfolgen und hohen Inve­stitionen der letzten Jahre sind heute alle Möglichkeiten gegeben, durch ei­ne gezielte Marktnischenpolitik den Erfolg des Unternehmens zu sichern". So Rüdiger Deutsch.

Auch Großprojekte, wie z. B. der auf der IMA '88 gezeigte Prototyp des Wechselgeld-Tresors, schrecken die Hellomat-Leute nicht. Deutsch: „Vor dem Einstieg in neue Projekte und auch während der Testphase setzen wir auf das Gespräch und die Zusammen­arbeit mit den Anwendern. Das inten­sive Zuhören und Eingehen auf die Probleme unserer Kunden, meint Hel­lornat, sei auch in der Automatenbran­che der einzig richtige Weg."

Besonders zum Thema Sicherheit  bot Hellomat seit der IMA '87 marktge­rechte Lösungen. Mit einem neuen Automaten - Tresorständerprogramm (traf man in eine Marktlücke, welche die Bedürfnisse der Aufsteller nach zeitge­mäßer Produktgestaltung auf den Punkt brachte. Die permanent steigen­de Nachfrage rechtfertigte auch die Auslagerung der Produktion in ein Zweigwerk bei Euskirchen.

Mit dem auf der IMA '88 präsentier­ten Wechselgeldtresor, so Rüdiger Deutsch, möchte man eine funktions­tüchtige und praxisgerechte Lösung zum Thema Sicherheit in Spielstätten anbieten: „Hier lassen wir uns auch nicht drängeln, erst wenn die Testphase mit allen Erkenntnissen und den dar­aus resultierenden Modifikationen ab­geschlossen ist, starten wir die Produk­tion."

Auch zum Thema Baggi, der im Herbst 86 für Furore sorgte und eine ganze Branche in Bewegung brachte, ist noch nicht das letzte Wort gespro­chen, versichert Rüdiger Deutsch: „Wir bleiben am Ball!"

Im Bereich der TV-Geräte stehen die Modifikationen des über 25.000 mal verkauften Kompaktgerätes Superstar und die Erstellung des auf gleicher Technik basierenden Jumbostars zur Zeit auf dem Entwicklungsplan. Die Markteinführung steht im Sommer an.

Die auf einer als überaus zuverlässig anerkannten Technik basierenden Geldspielgeräte sind ebenfalls auf Er­folgskurs. Die verstärkte Entwick­lungsabteilung mit dem Motor Rüdi­ger Deutsch im Rücken landete beson­ders mit dem etwas anderen Geldspiel­gerät „Mister Truck" gezielt in einer Marktnische. Besonders in der Spiel­stätte setzte sich dieses Gerät mit Spiel­features wie der 3-DM-Risiko-Action­ausspielung sowie der Vorgabe von Se­riengewinnen in einem Rhythmus-Ta­bleau durch. Erhebliche Nachkäufe bestätigen, daß sich das Entwicklungs­risiko des etwas anderen Geldspielge­rätes gelohnt hat.

Im Bereich Unterhaltungsgeräte (Punkte-Spielgeräte) sieht Hellomat einen lohnenden zukünftigen Markt. Erste Prototypen kämpfen seit Anfang des Jahres um die Gunst der Spieler. Mitte bis Ende des Jahres steht nach er­folgreich abgeschlossenem Test die Auslieferung an.

Die heutige und auch zukünftige Marschrichtung der Hellomat-Gruppe ist im Unternehmensleitbild wie folgt festgeschrieben: Hellomat bietet wirt­schaftliche, technologisch fortgeschrit­tene und sichere Problemlösungen in optimaler Qualität. In bezug auf Wett­bewerbsprodukte sieht Hellomat seine Chance im Auffinden lohnender Ni­schen im Markt, in denen man besser ist als jeder andere. Rüdiger Deutsch ist sich im klaren darüber, daß Firmen, die dem Kunden durch Nischestrategien entgegenkommen, im Idealfall fünf Eigenschaften besitzen müssen:

- scharfsinnige technologische Fähig­keiten

- geschickte Preisbildung - bessere Segmentierung

- überlegene Problemlösungsfertig­keit und

- Willigkeit, Geld für die Erzielung einer eindrucksvollen Unterschied­lichkeit des Produktes auszugeben.

In der Praxis sieht die Umsetzung leider nicht so einfach aus, denn Best­seller-Produkte zeigen sich meist erst nach der Markteinführung. Bekannt­lich aber muß in einem Unternehmen der Erfolg vorhergesagt werden.

Die wichtigsten Konsequenzen, die Rüdiger Deutsch zur Erfolgssicherung seines mittelständischen Unterneh­mens zieht, sind die folgenden:

- Prüfung und Bewertung des neu ein¬zuführenden Produktes in so vielseitiger Hinsicht wie möglich, so daß die voraussichtliche Produktakzeptanz optimal eingeschätzt werden kann.

- Präzise Festsstellung, in welcher Hinsicht sich das eigene Produkt von den Wettbewerbsprodukten unter¬ scheidet.

- Einbehaltung der erkennbaren Unterschiede, wobei auch der Käufer unmißverständlich erkennen muß, in welcher Hinsicht das eigene Produkt besser ist.

- Die richtigen - für alle Seiten lohnenden - Marktsegmente müssen erreicht werden, und die Produktinformation muß in mehrfacher Hinsicht bzw. in verschiedenen Schritten überzeugend wirken.

Auf einen einfachen, aber wirksa­men Nenner gebracht: Das Geschäft steckt im Detail. Erfolg darf kein Zufall sein. Nur die ständige Suche nach ei­nem noch so versteckten Bedürfnis der Spieler und Aufsteller garantiert auf Dauer den Erfolg eines Unternehmens in der Automatenbranche. Ein mittel­ständisches Unternehmen wie Hello­mat besitzt mit seiner Marktnähe, lang­jährigem Know-how, modernen Pro­duktionsstätten und einer schlagkräfti­gen Verkaufs- und Servicemannschaft die besten Voraussetzungen, sich mit einer gezielten Marktnischenpolitik im Wettbewerbskarussell zu behaupten.

 


Konkurs 1989


Aus für Hellomat

Noch bevor über weitere Einschränkungen für unsere Branche endgültig entschieden ist, haben wir zum zweitenmal den Konkurs eines Hersteller¬ Unternehmens zu beklagen.

Die Herbstsonne schien in Mechernich-Obergartzem. Niemand ahnte, welch dunkle Wolken sich über dem strukturschwachen Ort am Rande der Eifel zusammenbrauten. Am 12. Oktober mittags um 12 meldete Hellornat beim Amtsgericht Konkurs an.

Wenige Minuten später standen die Räderstill. Rund 150 Mitarbeiter mit einem Federstrich arbeitslos. Schicksale, die sich mit Worten nicht beschreiben lassen.

Alle waren vom plötzlichen Aus überrascht worden. Noch vor wenigen Wochen hatte man die Produktion hochgepuscht. Sie lief auf vollen Touren. Und damit lief scheinbar auch das Geschäft.

Was hat zu dieser unerwarteten Entwicklung geführt?
Die Verantwortlichen im Unternehmen halten sich bedeckt. Nur eine vage Erklärung: „Die politischen Entwicklungen haben uns die Luft zum Atmen genommen. Hinzu kamen Schwierigkeiten mit der PTB bei der Zulassung eines neuen Gerätes"

Dramatische Liquiditäts-Schwierigkeiten hat es bei Hellomat schon seit langem gegeben. Spektakulärster Sanierungs-Versuch war der Verkauf der Hamburger Niederlassung »AbisZ«, die jetzt als freies Fachgroßhandels-Unternehmen vom Konkurs nicht betroffen ist. »AbisZ« hatte schon kurz nach derTrennung von der früheren Muttergesellschaft die Verbindungen fast völlig abgebrochen.

Aber der Kaufpreis war offensicht¬lich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Erst im Sommer dieses Jahres hatte dann ein neuer Mehrheits-Ge¬sellschafter die Anteile derHellomat GmbH fast hundertprozentig übernommen. Es gab eine kräftige Finanzspritze und ein neues Top Management.

Von der fertigen Entwicklung eines völlig neuartigen Geräts mit noch nie dagewesenen Features war außerdem die Rede. Eine Art Wunderwaffe. So schien der Havarist wieder flott zu werden.

Dieser Schein hat getrogen!

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