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ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigkeit

ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigkeit

Beitragvon Hochpeitscher80er » 09.06.2021, 10:09

Hallo, liebes Forum.
Im eigenen Dorf, gleich um die Ecke, konnte ich gestern einen Rotomat Astor aus dem Jahre 1974 erwerben. Bevor ich das Gerät ans Netz nahm, prüfte ich die Sicherungen. Eine davon, im unteren mittleren Berich auf Höhe des weiter hinten sitzenden Sonderspiel-Zahnrades, war defekt (gebrochen).
Ich fand dann noch eine direkt auf dem Trafo und versteckt an der Innenwand bei der Antriebsachse für die Abtastlamellen. Außerdem -2- an der Zahl auf der Rückseite des Gerätes, in dieser speziellen Dreh-Halterung. Habe keinen Schaltplan, weiß nicht, was da im Einzelnen abgesichert wird.

Nun mehrere Fragen (habe auch zuvor schon recherchiert):

In diesem Batteriefach auf der Rückwand befanden sich -4- verrottete Batterien. Siehe auch Bilder. Wozu braucht dieser Automat Batterien? Kenne so etwas von meinen Flippern, um Highscores etc. zu puffern. Aber hier? Muss das erneuert/ersetzt werden?

Der Netzfilter: auch in alten EM-Flippern ein Thema in Hinblick auf potentielle Fehlerquelle (Haussicherung fliegt raus). Ich will den rausbauen und die Kabel zusammenführen. Wo jedoch schließe ich dann "grün-gelb" (Erdung) an? Ist aktuell auf den Netzfilter mit raufgeschraubt.

Wenn ich das Gerät ans Netz nehme, leuchtet es nur, jedoch keinerlei Rotation der senkrechten Achse. Der Lüfter dreht sich.
Nun frage ich, ob die Achse im ausgeschalteten Zustand des Gerätes so leichtgängig sein muss, dass man sie von Hand (in die richtige Richtung, selbstverständlich....) drehen kann und dann auch parallel die anderen Achsen (z. B. die hin zu den -3- Gewinnachsen) mitdrehen sollten.

Das Ganze erinnert mich an einen ScoreMotor im EM-Flipper, der ja auch leichtgängig von Hand in die richtige Richtung gehen muss.

Aktuell kann ich diese senkrechte Achse ÜBERHAUPT nicht bewegen. Oder wird das durch den Elektromotor unterbunden? Viel zu schwer per Hand z. B.?

Geld habe ich manuell raufgebucht, doch das hat zu keinem Start eines Spieles geführt.

Auch füge ich ein Foto aus dem Getrieb bei. Es sieht in Ordnung aus, jedoch furztrocken. Eine braune "Staubschicht" (altes Fett ???) hat sich dort abgelagert.

Soviel zunächst. Danke für Tipps zum weiteren Vorgehen.

Gruß von Kai
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Wildmops » 09.06.2021, 10:28

Hi , die Batterien gehören wohl zu einer Alarmanlage , sollte auch irgendwo ein grauer Kasten sitzen , der aussieht wie ein Gebläse , kann weg . den Nullleiter das Ende isolieren und gut . Bei dem braunen Mehl im Getriebekasten habe ich die Befürchtung , das es da ein Kunststoffrad zerrieben hat . Getriebe ist sicherlich fest . Die Antriebsschnecke dreht frei , oder ?
Bei intaktem Getriebe lässt sich über das Lüfterrad die Achse für die Nockenwalze drehen , wenn nicht , dann s.o.
Grüsse Hartl

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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Muellmann » 09.06.2021, 10:39

Batterien brauchst du nicht die sind für die Alarmanlage .

Anders als beim Score Motor eines EM hat der Geldspieler einen Schneckenradantreib da drehst du von der Nockenseite aus garnichts . Dreh den Lüfter von Hand wenn du das unbedingt möchtest , das sollte Funktionieren . Die querliegende Achse dreht dabei aber nicht die Walzen mit weil die Bremsmagneten noch zu sind . Gern sind diese Motoren aber mangels Öl an den Sintherlagerbuchsen mal fest und Laufen nicht an . Im übrigen da liegen Gerne mal Rund 240V Netzspannung an . Lang da nicht so blauäugig rein .
:netzsp:

Der braune Abrieb könnte Perntinax sein .

Der Netzfilter sollte ersetzt werden . Dieses Rauswerfen und Leitungen Überbrücken ist bei den ganzen Induktion die da ein und ausgeschaltet werden keine Gute Idee . Der Netzfilter ist echt nötig damit im Haus keine Störungen in Radio oder Fernseher auftreten . Mit dem Schutzleiteranschluss kann ich dir so nicht Beantworten dazu reichen die Bilder nicht aus . Nur muss dieser vom Netzkabel aus an allen Punkten des Gerätes vorhanden sein wo sie von der Verdrahtung aus anliegen sollten .

Ups , da war jemand schneller .
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Wildmops » 09.06.2021, 11:38

...ergänzt sich . ::134::
Grüsse Hartl

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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Hochpeitscher80er » 09.06.2021, 13:21

Hallo.
Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Vorweg: ich weiß um die anliegende Netzspannung im Inneren, fasse da nirgends an, allerhöchstens mittels Holz-/Reinigungsstäbchen.

Weitere Fragen, auch teilweise in Zusammenhang mit den eingestellten Bildern:

Netzfilter: danke für die fachlichen Hinweise.
Batteriehalter (plus Lüfterähnliche Alarmanlage): ... aha....macht Sinn!

Im Getriebe: habe ich die braune Pulvermasse abgesaugt.
Der Ventilator, welcher sich gestern noch drehte, dreht sich jetzt nicht mehr.
Am oberen Ende der Achse des Ventilators befindet sich ein Schneckengetriebe. Dieses Getriebe greift NIRGENDS rein...!
Der Ventilator lässt sich vollkommen frei drehen. Er erzeugt keinerlei Übertragung auf die lange Nocken-Achse.
Was fehlt da für die notwendige Übertragung, was ist da ev. weggegammelt/zerbröselt über die Jahrzehnte?
Liegt ev. ein kapitaler Schaden vor?

Anmerkung: lt. Vorbesitzer war das Gerät zuletzt vor über 30 (!) Jahren am Netz....

Der kleine Sicherungshalter parallel senkrecht zur Nockenachse: was sichert diese Sicherung ab?

Ganz oben an dieser Achse befindet sich ein Abtast-Zahnrad. Dieses scheint, wenn man es manuell weiterdreht, verschiedene Funktionen anzusteuern. Unterschiedliche Lampen fangen an zu leuchten.
Durch mein Weiterdrehen: besteht die Möglichkeit, da etwas zu verstellen und hat dieses Zahnrad eigentlich eine "Nullposition" oder kann das beliebig auf irgend einer Stelle stehen. Vermutlich wird es ja über die Achse dauerhaft mit bewegt und vorangetrieben....

Und letzte Frage: auf dem einen Foto sind zwei Relais zu sehen. Das rechte davon ist dauerhaft angezogen. Das links daneben bucht, wenn ich manuell schließe, Geld auf. Wozu dient das rechte Relais und warum schließt es dauerhaft?

Danke und Gruß....
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Sternvogel » 09.06.2021, 15:30

Hallo Hochpeitscher,

wenn der Antrieb des Motors im Schneckengetriebe nicht mehr greift, dann liegt das in der Regel an einem verschlissenen Zahnrad. Dafür gibt es hier eine Reparaturanleitung, was allerdings sehr aufwendig zu reparieren wäre: https://www.goldserie.de/index.php/wiss ... regent-100

Was mich allerdings wundert: Das Zahnrad in deinem Automaten sieht nicht unbedingt stark verschlissen aus. Im Gegenteil, das Zahnrad sieht eigentlich noch recht gut aus. Wenn der Automat über 30 Jahre lang nur gestanden hat, dann hat der Automat vermutlich auch nicht unbedingt eine sehr hohe Laufleistung gehabt. Wie ein stark verschlissenes Zahnrad aussieht, das kannst du anhand der Fotos in der Reparaturanleitung sehen. Es würde aber theoretisch auch schon ausreichen, wenn nur ein einzelner Zahn beschädigt wäre.

Der Antrieb muss einiges bewegen. Das sind die Antriebszahnräder der drei Walzen, die Nockenwelle, auf der rechten Seite neben dem Schneckenantrieb die Würfelung und außerdem auch noch die Gewinnabtastung der Walzen über ein Gestänge. Das letztere kann sich schon mal verhaken, dann kann der Antrieb blockiert sein. Wenn aber keine Kraftübertragung erfolgt, dann kann das Problem eigentlich nur im Schneckengetriebe liegen. Erkennbar ist das anhand der Fotos aber nicht.

Was die Sicherung oben absichert, das kann ich nicht sagen. Dazu müsste man die TU haben oder sich mit dem Astor auskennen.

Das rechte untere Relais müsste das Periodenrelais sein. Dieses zieht an, wenn der Periodenzähler sich außerhalb der Stellung Null befindet, wenn gerade eine Superserie läuft. Dass es anzieht, ist in deinem Fall also korrekt, weil der Automat gerade eine Superserie abspielt.

Der Ventilator am Motor darf übrigens nur in eine Richtung gedreht werden, in die vorgesehene Laufrichtung des Motors. Wenn der Motor in die falsche Richtung gedreht wird, dann werden dadurch die Kontakte an der Nockenwellensteuerung beschädigt.

Viele Grüße
Ralf
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Wildmops » 09.06.2021, 16:14

[quote="Sternvogel"]Hallo Hochpeitscher,
Was mich allerdings wundert: Das Zahnrad in deinem Automaten sieht nicht unbedingt stark verschlissen aus. Im Gegenteil, das Zahnrad sieht eigentlich noch recht gut aus. Wenn der Automat über 30 Jahre lang nur gestanden hat, dann hat der Automat vermutlich auch nicht unbedingt eine sehr hohe Laufleistung gehabt. Wie ein stark verschlissenes Zahnrad aussieht, das kannst du anhand der Fotos in der Reparaturanleitung sehen. Es würde aber theoretisch auch schon ausreichen, wenn nur ein einzelner Zahn beschädigt wäre.




Das Zahnrad , das du siehst , ist nicht das massgebliche...kaputt bzw pulverisiert ist das , welches auf der hinteren , kurzen Achse sitzt . Das Schneckenrad greift nicht in das vordere ein ...ginge eh nicht , Stellung !
Grüsse Hartl

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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Sternvogel » 09.06.2021, 16:34

Wildmops hat geschrieben:Das Zahnrad , das du siehst , ist nicht das massgebliche...kaputt bzw pulverisiert ist das , welches auf der hinteren , kurzen Achse sitzt . Das Schneckenrad greift nicht in das vordere ein ...ginge eh nicht , Stellung !


Ah ok, das erklärt es. Ich habe das Getriebe bei einem 20 Pf Automaten noch nicht selbst auseinander genommen. Und bei den neueren Rotomaten sieht das Getriebe schon etwas anders aus, da hatte ich es schon mal offen.

Du meinst bestimmt dieses Zahnrad? Ja, das sitzt hinter der vorderen Schnecke und ist damit leider kaum zu sehen. Dann wird es daran wohl liegen. Was ich mich auch frage, wenn man sich schon die Mühe macht mit dem Ausbau, wie kommt man an einen brauchbaren Ersatz? Zahnräder aus Schlachtgeräten werden ja sicherlich auch schon einen gewissen Verschleiß haben. Ob sich das wirklich lohnt?

22 Zahnrad.jpg
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Wildmops » 09.06.2021, 17:23

Genau...das isses . Ersatz nur über Schlachtgerät , wüsste sonst keine Quelle . Oder ein Feinmechaniker hat Muße und fräst eins :mrgreen:
Ich hab da immer die ganze Welle getauscht .
Grüsse Hartl

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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 09.06.2021, 18:38

Ich würde noch Folgendes versuchen:
Den Hauptmotor, der mit vier langen Schrauben an jeder Ecke des Motorblocks befestigt ist ausbauen (kann nach entfernen der Schrauben und der beiden Anschlußkabel nach unten herausgezogen werden).
Danach mal ordentlich Bremsenreiniger in das Getriebekästchen sprühen. Vorsicht, gibt eine schöne Sauerei, da alles wieder aus dem Loch rausläuft, in dem die Motorschnecke war.
Wenn alles abgetropft ist, den Vorgang ein oder zwei mal wiederholen. Danach Küchentücher zum Aufsaugen der restlichen Suppe in das geöffnete Kästchen stecken. Zum Schluß noch die Schnecke des Hauptmotors entfetten. Ist dies gemacht, den Motor wieder einführen und festschrauben. Danach (ich nehme da immer Sprühfett von petec) alles schön mit Fett einsprühen oder bestreichen und die Abdeckung des Getriebegehäuses und die beiden Kabel des Motors wieder festschrauben.

Ich hatte an einem Gold-Silber-Bronze einmal das gleiche Problem, daß sich bedingt durch eine sehr lange Standzeit die ganze Mechanik festgebacken hatte. Heute läuft die Mühle wieder einwandfrei.

Die Alarmanlage hätte ich auch nicht ausgebaut, ist ja schließlich Teil des Originalautomaten. Wenn das Batteriefach noch zu retten gewesen wäre, also die Anschlußlaschen etc. nicht wegoxidiert sind hätte ein Probelauf einen schönen Sirenensound erklingen lassen.

Hoffe, die Mühle läuft bald wieder.

LG
Manfred
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Sternvogel » 10.06.2021, 13:16

Hallo Manfred,

er hatte ja bereits das Folgende beschrieben:

Am oberen Ende der Achse des Ventilators befindet sich ein Schneckengetriebe. Dieses Getriebe greift NIRGENDS rein...!
Der Ventilator lässt sich vollkommen frei drehen. Er erzeugt keinerlei Übertragung auf die lange Nocken-Achse.


Ich würde sagen, dass dies nur bedeuten kann, dass die Kraftübertragung der Zahnräder auf die Nockenwelle innerhalb des Getriebes bereits ausgefallen ist. Der Ventilator dreht frei, da ist also nichts festgebacken.

Ich fürchte, dass wir uns damit abfinden müssen, dass sich die Zahnräder im Getriebe verschleißbedingt bei den Rotomaten wohl leider alle über kurz oder lang verabschieden werden. Das wird vermutlich auch bei den neueren Rotomaten irgendwann passieren. Das fängt jetzt vermehrt bei den 20 PF Geräten an, weil die halt schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel haben. Das ist schon ein ernstes Problem bei der Erhaltung der Automaten, weil das verschlissene Zahnrad eigentlich gegen ein neues Zahnrad ersetzt werden müsste. Aber woher nehmen?

Liebe Grüße
Ralf
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 10.06.2021, 14:13

Sternvogel hat geschrieben:Hallo Manfred,

er hatte ja bereits das Folgende beschrieben:

Am oberen Ende der Achse des Ventilators befindet sich ein Schneckengetriebe. Dieses Getriebe greift NIRGENDS rein...!
Der Ventilator lässt sich vollkommen frei drehen. Er erzeugt keinerlei Übertragung auf die lange Nocken-Achse.


Ich würde sagen, dass dies nur bedeuten kann, dass die Kraftübertragung der Zahnräder auf die Nockenwelle innerhalb des Getriebes bereits ausgefallen ist. Der Ventilator dreht frei, da ist also nichts festgebacken.

Ich fürchte, dass wir uns damit abfinden müssen, dass sich die Zahnräder im Getriebe verschleißbedingt bei den Rotomaten wohl leider alle über kurz oder lang verabschieden werden. Das wird vermutlich auch bei den neueren Rotomaten irgendwann passieren. Das fängt jetzt vermehrt bei den 20 PF Geräten an, weil die halt schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel haben. Das ist schon ein ernstes Problem bei der Erhaltung der Automaten, weil das verschlissene Zahnrad eigentlich gegen ein neues Zahnrad ersetzt werden müsste. Aber woher nehmen?

Liebe Grüße
Ralf



Hallo Ralf,

vermutlich hast Du recht. Auf zwei Bildern ist die Schnecke des Antriebsmotors zu sehen, links daneben ein schwarzes, horizontal eingebautes Zahnrad. Aber greift denn die Schnecke des Antriebsmotors überhaupt in dieses Zahnrad? Da bin ich mir jetzt nicht sicher. Ich denke eher, daß die Schnecke ein hinter ihr liegendes Zahnrad antreibt und darüber alles andere.
Wenn sich durch Drehen an dem Propeller allerdings nur die Schnecke drehen lässt und nichts weiteres gebe ich Dir recht.
Da hilft dann nur einen anderen Automaten zu besorgen und den gesamten Antrieb auszuwechseln.

Auch denke ich, daß durch regelmäßiges Schmieren der Zahnradmechanik einem Verschleiß vorgebeugt werden kann. Bei der älteren Rotomat-Generation (also vor Goldpokal) ist dies eigentlich relativ problemlos möglich. In der aufgeschraubten Getriebeabdeckung, auf der auch die Lüsterklemme mit den beiden Kabeln zur Versorgung des Hauptmotors mit Strom befestigt ist, ist ein kleines Loch, in das ab und zu Fett hineingespritzt werden kann.
Bei den neueren Modellen, mit der geänderten Nockenwellensteuerung, also ab Goldpokal, ist dies so leider nicht mehr möglich. Hier müsste dann zuerst der Hauptmotor, durch Entfernen der vier unter dem Motor angebrachten Halteschrauben, herausgenommen werden. Dies ist am einfachsten möglich, wenn das Chassis entnommen wird, da in eingebautem Zustand es doch recht schwierig (aber nicht unmöglich) ist, an die besagten vier Schrauben zu gelangen. In das dann sichtbare Loch, in dem die Schnecke des Antriebsmotors steckte, kann dann "eine Portion" Fett hineingejagt werden.
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Sternvogel » 10.06.2021, 15:14

Dr. Hannibal Lecter hat geschrieben:Auf zwei Bildern ist die Schnecke des Antriebsmotors zu sehen, links daneben ein schwarzes, horizontal eingebautes Zahnrad. Aber greift denn die Schnecke des Antriebsmotors überhaupt in dieses Zahnrad? Da bin ich mir jetzt nicht sicher. Ich denke eher, daß die Schnecke ein hinter ihr liegendes Zahnrad antreibt und darüber alles andere.


So ist es. In das große horizontale Zahnrad greift die Schnecke gar nicht rein, das hat der Hartl schon beschrieben. Im eingebauten Zustand sieht man das Zahnrad leider kaum, weil es hinter der Schnecke sitzt. Deswegen das Bild, hier sieht man es im ausgebauten Zustand.

Dr. Hannibal Lecter hat geschrieben:Auch denke ich, daß durch regelmäßiges Schmieren der Zahnradmechanik einem Verschleiß vorgebeugt werden kann. Bei der älteren Rotomat-Generation (also vor Goldpokal) ist dies eigentlich relativ problemlos möglich. In der aufgeschraubten Getriebeabdeckung, auf der auch die Lüsterklemme mit den beiden Kabeln zur Versorgung des Hauptmotors mit Strom befestigt ist, ist ein kleines Loch, in das ab und zu Fett hineingespritzt werden kann.


Klar, eine Pflege würde auf jeden Fall den Verschleiß verringern. Nur ist das Kind wohl schon in den Brunnen gefallen, weil eben genau diese Schmierung samt Reinigung über die vielen Jahre niemals stattgefunden hat, so dass der Verschleiß auch schon entsprechend fortschreiten konnte. Wer kennt sich schon damit aus und hat diese wichtigen Pflegearbeiten bereitwillig erledigt? Ich denke, das hat leider kaum jemand getan.

Ganz so einfach ist diese Arbeit obendrein auch nicht zu bewerkstelligen. Ich musste das Getriebe bei meinem ersten Profistar schon mal komplett öffnen, weil der Antrieb bei dem nach einem langen feuchten Kellerstand völlig fest gesessen hat. Das geht hier auch, den Getriebekasten zu öffnen, es ist aber im Vergleich zu den älteren Geräten aufwendiger. Dadurch habe ich aber auch deutlich gesehen, dass es nicht ausreicht, einfach neues Fett einzubringen. Wenn man das Getriebe wirklich pflegen will, dann ist es unerläßlich, das alte Fett zusammen mit den Abriebrückständen vollständig zu entfernen, bevor man es neu einfettet. Ansonsten nützt das neue Fett nicht viel. Es war schon heftig, was für eine schmoddrige Suppe aus dem Getriebe herausgekommen ist mit Hilfe des Bremsenreinigers. Das ist eine Arbeit, die man eigentlich immer machen müsste. Aber bei deiner Sammlung hättest du eine Wahnsinnsarbeit vor dir.

Ich fürchte, dass die Zahnräder vermutlich alle keine lange Lebensdauer mehr haben. Wenn du einfach die Motorsteuerung über ein Schlachtgerät auswechselst, dann könnte es dir durchaus passieren, dass das andere Zahnrad sich alsbald auch verabschieden könnte. Wie der Hartl schon schrieb: Am besten wäre es für den langfristigen Erhalt der Automaten, wenn ein Feinmechaniker ein neues Zahnrad herstellen würde. Aber wer macht so etwas schon?
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 10.06.2021, 15:29

@Sternvogel
Ralf, stimmt!! Der alte Siff muß zuerst raus. Bei nächster Gelegenheit werde ich dies Automat für Automat durchexerzieren. Motor raus, Bremesenreiniger ein, die Suppe auffangen, neu fetten und wieder zusammensetzen.
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Re: ROTOMAT Astor (1974)-verrottete Batterien, Leichtgängigk

Beitragvon Hochpeitscher80er » 11.06.2021, 15:41

Letzter Stand der Dinge:
der empfohlene Ausbau des Motors war ein guter Tipp.
Zum einen konnte ich die Systematik der Übertragung erkennen (Schnecke mit Propeller treibt Zahnrad auf Querachse an), zum anderen konnte ich mit dem Einsprühen der Achsen an deren Führungen eine Leichgängigkeit erzielen. So richtig super-leichtgängig läuft diese Achse natürlich nicht, denn diese Bremsen unterhalb der Werte-Rondelle verhindern das ja auch. Aber in jedem Fall war ein Vortrieb über manuelles Drehen eines der großen, weißen Zahnräder (natürlich in die richtige Nocken-Richtung) möglich. Die Zeit war reif, die Schnecke mit Motor wieder einzubauen.
Ich konnte dann auch, wie beschrieben, den Vortrieb mittels Drehen des Propellers erzeugen. Bis....ja bis ich zu einer Stelle auf dem durch Schnecke angesprochenen Zahnrad kam, an welcher die Schnecke übersprang.
Das Ganze noch mal ausgebaut und man konnte schon erkennen, dass an dieser Stelle die Zahnräder offensichtlich runtergerockt worden sind. 7/8 des Zahnrades greifen, 1/8 nicht....
Habe das Gerät bisher noch nicht am Strom gehabt, doch die abgenudelten Zähne dürften einen Normalbetrieb verhindern.
Das Ganze ist wirklich absolut schade und ärgerlich. Denn vermutlich sind wir jetzt genau an der Stelle, dass dieses Zahnrad ausgetauscht werden müsste....
Gruß von Kai
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